
Da wird seit einigen Wochen die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Jetzt gibt es eben einen Fernsehbericht bei Monitor. Es geht um die Anrechnung der Riester-Rentenversicherung auf die Grundsicherung oder Sozialhilfe.
Grundsätzlich ist es richtig, dass alle Einkünfte auf Sozialhilfe und damit auch auf die Grundsicherung angerechnet werden. Das ist nichts Neues und auch richtig so. Das gilt aber mitnichten nur für die Riester-Rentenversicherung. Das gilt auch für die gesetzliche Rente, alle Betriebsrenten, private Rentenversicherungen, Lebensversicherungen, Mieteinnahmen, zu guter Letzt muss alles Vermögen verbraucht werden.
Richtig ist: Gesetzliche Rente plus Riester reicht nicht. Aber das wussten wir doch vorher. Hat auch niemand je anders behauptet. Die Riester-Rentenversicherung ist eingeführt worden, um die Rentenkürzung von Herrn Riester aus dem Jahr 2002 zu kompensieren. Die alte Rentenlücke gibt es natürlich nach wie vor.
Hier wird wieder verunsichert, damit die böse Versicherungsbranche sich nicht "die Taschen voll macht". Denn während die Journalisten mitnichten umsonst arbeiten, erwarten sie das natürlich von Anderen.
Da ich nicht in die Zukunft blicken kann, soll ich Zukunft jedem raten: "Du bist sowieso als Rentner arm, gewöhn Dich schon mal daran." ? Absurd.
Zahlen werden dafür die Sparer, die wieder ein Jahr später anfangen und dadurch wieder ein Jahr Zinseszins verlieren. Das war schon 2002 bei der Einführung der Riesterrente so. Das gesamte Jahr haben selbsternannte Verbraucherschützer geraten abzuwarten bis alle Angebote am Markt sind. Nur, nicht jeder kann am Ende des Jahres den Beitrag für ein ganzes Jahr aufbringen. "Haben wir leider vergessen, sorry." Später wurde sich dann über die geringe Anzahl der Riester-Renten-Verträge gewundert, das war aber auch wieder die Versicherungsbranche schuld. Weil die Vertreter die Riester-Rente ja angeblich nicht gern verkauften, nachdem das unverkäuflich war weil ja alle noch abwarten wollten.
Wer vor dem 65. Lebensjahr schwer krank wird und nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, wird nämlich auch alles verbrauchen müssen, was er hat. Die Einzahlungen in die Riester-Rente sind dann wenigstens sicher.
Als positiver Mensch rechne ich mit steigenden Einkommen und agiere auch so. Auch für geringe Einkommen lohnt es sich einen Grundstock aufzubauen. Dann kann zu besseren Zeiten darauf aufgebaut werden.
Bei einem heutigen "Gutverdiener" weiß auch niemand, ob dass Einkommen so bleibt. Also rate ich jedem, der keine Einkommensgarantie hat (alle außer Beamten auf Lebenszeit), davon ab zu sparen... Das kann nicht sein.
"Spar nicht! Gib alles aus! Gewöhn Dich an Altersarmut," ist bestenfalls zynisch. Lässt sich vielleicht als gut verdienender Monitor Redakteur leichter formulieren. Mir gefällt das nicht.
Wenn man das zu Ende denkt, sollten wir alle sofort die Arbeit einstellen, weil sie sich ja eh nicht lohnt, und von der Sozialhilfe leben. Warum auf die Riester-Rentenversicherung warten? Grundsicherung schon heute!